Warum der Lebenslauf nicht alles sagt
Ein Lebenslauf zeigt Stationen, Ausbildungen und Berufserfahrung. Er gibt einen ersten Überblick und gehört zu jeder Bewerbung dazu. Aber er erzählt längst nicht alles über einen Menschen.
Gerade in der Personalsuche erleben wir immer wieder, dass die interessantesten Bewerber nicht unbedingt jene mit dem geradlinigsten Lebenslauf sind. Manche Fähigkeiten stehen in keinem Zeugnis. Manche Erfahrungen lassen sich nicht in einer Positionsbezeichnung zusammenfassen. Und manchmal passt jemand hervorragend zu einer Aufgabe, obwohl der bisherige berufliche Weg zunächst etwas anderes vermuten lässt.
Was zwischen den Zeilen steht
Ein Lebenslauf sagt, wo jemand gearbeitet hat. Er sagt aber wenig darüber, wie dieser Mensch arbeitet.
Ist jemand zuverlässig? Lernt er schnell? Übernimmt er Verantwortung? Bleibt er ruhig, wenn es einmal stressig wird? Arbeitet er lieber selbstständig oder im Team? Wie geht er mit Veränderungen um?
Gerade diese Eigenschaften entscheiden im Arbeitsalltag oft darüber, ob eine Zusammenarbeit langfristig funktioniert.
Deshalb ist für uns das persönliche Gespräch mindestens genauso wichtig wie die Unterlagen.
Nicht jeder Berufsweg ist gerade
Berufliche Wege verändern sich. Menschen wechseln Branchen, orientieren sich neu, übernehmen familiäre Verantwortung oder entscheiden sich nach vielen Jahren bewusst für etwas anderes.
Ein Lebenslauf mit unterschiedlichen Stationen muss deshalb nichts Negatives sein.
Im Gegenteil: Wer bereits verschiedene Arbeitsbereiche kennengelernt hat, bringt oft Erfahrungen und Fähigkeiten mit, die in einer neuen Position wertvoll sein können. Entscheidend ist nicht nur, was jemand bisher gemacht hat, sondern auch, was jemand künftig machen möchte und mit welcher Einstellung er an eine neue Aufgabe herangeht.
Quereinsteiger bringen oft mehr mit, als man denkt
Viele Unternehmen suchen zunächst nach einem ganz bestimmten Profil: bestimmte Ausbildung, bestimmte Berufserfahrung, bestimmte Kenntnisse.
Das ist verständlich. Trotzdem lohnt es sich manchmal, etwas weiter zu denken.
Technisches Verständnis kann aus einem anderen Beruf kommen. Organisationstalent entsteht nicht nur im Büro. Verantwortungsbewusstsein lässt sich nicht an einer Berufsbezeichnung ablesen. Und praktische Erfahrung kann in manchen Positionen genauso wertvoll sein wie eine formale Ausbildung.
Ein guter Quereinstieg funktioniert dann, wenn Grundvoraussetzungen, Motivation und Lernbereitschaft zusammenpassen.
Auch Unternehmen sind mehr als eine Stellenbeschreibung
Dasselbe gilt übrigens auf der anderen Seite.
Eine Stellenanzeige kann Aufgaben, Arbeitszeiten und Anforderungen beschreiben. Aber auch sie zeigt nicht vollständig, wie ein Unternehmen tatsächlich arbeitet.
Wie ist das Team? Wie wird miteinander gesprochen? Wie viel Eigenverantwortung ist gefragt? Wie sieht der Arbeitsalltag wirklich aus? Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?
Für eine gute Vermittlung müssen deshalb nicht nur Bewerber verstanden werden, sondern auch die Unternehmen.
Das persönliche Gespräch macht den Unterschied
Genau deshalb beginnt gute Personalarbeit für uns mit Zuhören.
Wir möchten wissen, was ein Bewerber bereits kann, aber genauso, was er lernen möchte. Wir fragen nach Erwartungen, Interessen und dem, was bei einem neuen Arbeitsplatz wichtig ist.
Und wir möchten von Unternehmen verstehen, wen sie tatsächlich brauchen – nicht nur auf dem Papier, sondern im täglichen Miteinander.
Erst dann lässt sich einschätzen, ob zwei Seiten wirklich zueinander passen.
Der Lebenslauf öffnet die Tür
Ein guter Lebenslauf bleibt wichtig. Er schafft Orientierung und gibt einen ersten Eindruck.
Aber er sollte nicht die einzige Grundlage für eine Entscheidung sein.
Manchmal verbirgt sich hinter einem unscheinbaren Lebenslauf genau der Mitarbeiter, den ein Unternehmen lange gesucht hat. Und manchmal eröffnet ein Gespräch einem Bewerber eine berufliche Möglichkeit, an die er selbst noch gar nicht gedacht hat.
Seit 2006 erleben wir bei Flextime immer wieder, dass gute Verbindungen dort entstehen, wo man genauer hinsieht.
Denn Menschen sind mehr als ihre bisherigen Stationen.
Wir sind Möglichmacher.